Bundespräsident-Schirmherrschaft-Raiffeisen

Wer die Genossenschaftsidee „beschirmt“, wird die „Miteinander-Gesellschaft“ nicht im Regen stehen lassen …

Raiffeisen Jahr 2018

 

+++update++++ Das Raiffeisenjahr ist vorbei. Hier einige lesenswerte Kommentare aus den genonachrichten. +++++++ Januar 2019+++++

Bundespräsident Steinmeier, ein idealer Schirmherr für mehr Kooperation im Land?

Genossenschaftsidee. Zum 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen hat der Bundespräsident deutliche Worte zu den Werten von Genossenschaften gefunden. „Das macht für mich seine Ideen und sein Wirken so modern“ sagt der Bundespräsident.

Nun sind 200 Jahre eine lange Zeit und Herr Raiffeisen hat Nachfolger gefunden, die seine Ideen weiterentwickelt haben. Ob diese Entwicklung Herrn Raiffeisen wirklich gefallen würde, bleibt offen. Tatsache ist jedoch, dass das „Erbe“ Raiffeisens in vielen anderen europäischen Ländern durchaus erfolgreicher weiterentwickelt wurde. Der Bundespräsident könnte vielleicht im Auge behalten, warum einfach in Deutschland keine „Genossenschafts-Begeisterung“ aufkommen mag und Deutschland, dass  – im Maßstab zur Schweiz – fast 100.000 Genossenschaften haben müsste, jedoch nur gut 7500 Genossenschaft vorweisen kann.

Nun gibt so eine „Schirmherrschaft – soll sie nicht zu einer „Standard-Rede“ abgleiten, dem Bundespräsident durchaus die Chance, sich auch auf Aktualität und Zukunft zu beziehen und den „Erben“ von Raiffeisen ein paar moderne Ideen zuzuflüstern. Willkommen im Zeitalter der Kooperationswirtschaft.  Wir werden sehen …

Aber noch etwas mehr lässt sich aus der Bereitschaft des Bundespräsidenten vielleicht erkennen: Sein Sinn für die Realität könnte geschärft werden, dass Deutschland sich heute konsequent als „Konkurrenz-Land“ darstellt und eine Kultur des „Gegeneinanders“ stabil pflegt. Dieser Konkurrenzgedanke stammt aus dem Wirtschaftssystem des vergangenen Jahrhunderts und wird durch die WeQ Bewegung in Frage gestellt . Es ist Zeit für ein Umdenken, geredet wird viel und Papier ist geduldig. Kooperation und Miteinander , die Idee Raiffeisens muss nur glaubwürdig umgesetzt werden.

Schon anlässlich des UNO-Jahres 2012 – dem Jahr der Genossenschaften – gab es gehäuft politische Bekenntnisse zu „Genossenschafts-Werten“. Es bedarf jetzt einer fairen Bestandsaufnahme und mehr kooperativer Politik. Kooperationswissenschaft in die Universitäten zu bringen, könnte ein Schritt sein.  Ein „Bericht zur Lage der Kooperation Deutschland“ könnte ein weiterer Schritt sein, um vom „Reden“ zum „Handeln“ zu kommen. Manchmal gibt es sogar Bundespräsidenten, die Mut haben, verdrängte Dinge ans Licht zu „reden“.

Man kann gespannt sein, ob der Bundespräsident sich mit einer „PR-Schau“ zufrieden gibt oder Mut hat, nach 200 Jahren die guten Ideen von Raiffeisen, in die Gegenwart und Zukunft zu projizieren. Wohl gemerkt, es geht nicht um Kritik, sondern darum, wieviel „Miteinander“ den Menschen in unserem Lande gut tut und wie ein Land mit mehr Kooperation noch mehr Menschen anspricht, sich aus der Gleichgültigkeit, Resignation und Politikverdrossenheit zu befreien. Mehr Miteinander und mehr Kooperation sind dafür durchaus wichtige Signale. Das Genossenschaftsparlament und der CooperationsRat freuen sich auf Ihre Unterstützung.

*****update*****14.02.2018.  Die Antworten  vom  Bundespräsidialamt   und  vom  Bundeskanzleramt liegen inzwischen vor und können hier eingesehen werden.  Nach nun höchst offiziell bestätigter  Meinung  gibt es anscheinend keinerlei Handlungsbedarf und auch keinen berechtigten Anlass zur Kritik. Die  Aussagen sind weitgehend deckungsgleich mit den Stellungnahmen der politischen Parteien – soweit diese überhaupt erfolgten.   Das lässt nun folgende Rückschlüsse zu.  A)  Unser Regierung und unsere politischen Parteien  haben sich mit den etablierten genossenschaftlichen Strukturen verbrüdert.  B) Es gestehen gegenseitige Abhängigkeiten und personelle Verquickungen.   C) Politik und Parteien haben die Bodenhaftung verloren.
Leider ist die festzustellende, vornehme Distanz zum Marktgeschehen ein Spiegelbild  das politische Alltagsgeschehen. (Kommentar von Gerald Wiegner  Vorstand igenos e.V.)

****update*****18.12.17    igenos e.V. die Interessengemeinschaft der Genossenschaftsmitglieder hat das Thema inzwischen auch noch einmal aufgegriffen und unseren Bundespräsidenten Frank Steinmeier sowie unsere Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel persönlich angeschrieben

****update****** 16.11.17 alle Beiträge zum Genossenschaftsparlament und zum Cooperationsrat werden derzeit überarbeitet und angepasst.
Grund dafür ist eine konzeptionelle Umstellung. Unser Genossenschaftsparlament wird digital und setzt auf die Blockchain….

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8 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • ja – unser armes Genossenschaftswesen – es tut schon richtig weh!: Aber googeln Sie doch mal: “Genossenschaftswesen komplett verwahrlost”
    Beste Grüße Team genoleaks

  • Eigentlich ein Dilemma: 2018 wird 200 Jahre Raiffeisen „honoriert“. Aber die „geistige“ Substanz einer Theorie der Genossenschaft ist einfach „unauffindbar“ ….

  • Sehr geehrter Herr Bundespräsident!
    Der Gesetzgeber hat den genossenschaftlichen Förderauftrag – zumindest für unsere Genossenschaftsbanken, eindeutig festgeschrieben und in der Bundestagsdrucksache V/3500 definiert.

    Tatsache ist auch, unsere Genossenschaftswissenschaft ignoriert, die im GenG § 1 vorgeschriebene Mitgliederförderung und bezeichnet den genossenschaftlichen Förderauftrag als Sozialromatik. Als Ersatzangebot werden sogenannte “Förderbilanzen” konstruiert. Ausgerechnet der genossenschaftliche Spitzenverband DGRV missachtet die Interessen der Genossenschaftsmitglieder. Die Mitgliederförderung steht aber bei jeder Genossenschaft im Vordergrund. Die Mitgliederförderung unterscheidet die Genossenschaft von jeder anderen Rechtsform.

    Um was geht es denn sonst? Eine Genossenschaft dient immer Ihren Mitgliedern und soll für ihre Mitglieder einen „Mehrwert“ schaffen.
    Zum Unterschied: Die Rechtsform AG – dient dem Kapital, es dreht sich um Geld und Rendite.
    Die GmbH, KG oder OHG dient dem Inhaber und Unternehmer ein Einkommen zu erzielen.
    Darum Herr Bundespräsident – setzen Sie sich bitte für die Rechtsform Genossenschaft ein.
    Die Rechtsform Genossenschaft ist eine Keimzelle der
    Kooperationswirtschaft. Unterstützen Sie bitte auch unser digitales Genossenschaftsparlament.

  • Es gibt ja Raiffeisen sei Dank – auch noch richtige Genossenschaften. Kleineren und mittleren Genossenschaften fehlt heute häufig das Selbstbewusstsein sich schon bei ihrem Marktauftritt zu ihrer Rechtsform zu bekennen. Genossenschaften sind hier und heute keine sozialistischen Staatsbetriebe. Im Gegenteil die Förderung der Mitglieder steht in jeder Genossenschaft im Vordergrund. Es geht um wirtschaftliche Interessen – wie es das Genossenschaftsgesetz vorgegeben hat.
    Genossenschaften sollten sich nicht dafür zu entschuldigen, dass sie ein Mitgliedergeschäft betreiben. Aussagen wie: „Tut mir leid wir sind eine Genossenschaft und beliefern nur Mitglieder“ sagen viel aus. Aus diesem Grund ist es wichtig die Genossenschaftsidee mit neuen Inhalten zu füllen.

  • …ich bedauere die Entwicklungen im Genossenschaftswesen, insbesondere bei den Kreditgenossenschaften sehr. Alle in der Genossenschaftswissenschaft, denen ich mich verbunden fühle, “dachten” die Genossenschaft als Rechtsform und generationenübergreifend.
    Die Tücke steckt eben in den “unteilbaren Reserven” und damit verbundenen Begehrlichkeiten. Zudem “finanziert” diese genossenschaftliche (Ver-) Teilungsregelung die weiteren Strukturen im Verbund und in den Verbänden. Dies kann als Ganzes und als Einzelgenossenschaft betrachtet ein “Kontrapunkt” gegenüber dem Markt sein, es kann aber auch Einzelne absichern auf Kosten der Gemeinschaft, auch wenn jeder der Gemeinschaft nur einen sehr kleinen Teil beiträgt, so ist dieser als Ganzes betrachtet doch erheblich.

    Der Markt hat es mitbekommen, dass etwas gegen ihn vorhanden ist, und er versucht, die alten Genossenschaften aufzuheben. Das wird in der Folge zu (ökonomischen) Verschärfungen führen, die sich in der gesamten Gesellschaft auswirken werden.

    Die Mitglieder aufzubringen, das erscheint mir nicht der richtige Weg. Aber die Menschen zu sensibilisieren, was es da noch “Wertvolles” gibt und es zu erhalten, das erscheint mir eine wichtige Aufgabe ….die – richtig vermittelt – auch das immaterielle Weltkulturerbe signalisiert.

  • Was gibt es denn da zu feiern? Die eingetragene Genossenschaft ist im Gegensatz zu allen anderen Gesellschaftsformen gesetzlich verpflichtet ihre Mitglieder zu fördern. Trotzdem missachten z.B. die Genossenschaftsbanken, den von der Bundesregierung selbst eindeutig festgelegten genossenschaftlichen Förderauftrags.
    Hinzu kommt die Missachtung der genossenschaftlichen Selbstbestimmung
    und Selbstverwaltung durch Mustersatzungen und den Einsatz von Blankovollmachten,
    oder noch schlimmer, die von den genossenschaftlichen Verbänden aufgezwungene Fusionspolitik. Daraus ergibt sich dann der genereller Missbrauch des Rechtsmantels der eingetragenen Genossenschaft durch genossenschaftlich organisierte Universalbanken. Das wird also von unserem Bundespräsident für gut befunden und “beschirmt”.

  • Unser Bundespräsident ist SPD Mitglied. Dies SPD war einmal eine Partei der Arbeiterbewegung.
    Heute gibt es aber kaum noch Arbeiter und die wenigsten davon interessieren sich für Politik. Bei diesen Wahlkampfprognosen sollte die SPD doch endlich einmal Farbe bekennen und zur Partei der Genossenschaftsmitglieder und der vielen anderen Kooperationen werden. Gute Ideen , wie
    Rudolfs Diesel`s Solidarismus wurden mit Rücksicht auf die Gewerkschaftsbewegung begraben.

  • Ja, es wäre wirklich notwendig das unsere Politiker einmal Farbe bekennen.

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