Rückspiegel

Obwohl unser Genossenschaftsgesetz aus dem Jahr 1868 stammt ist es immer noch vielseitig und modern. Aber warum wurde bereits am 23. März 1889 erstmals Schutz der Genossenschaftsmitglieder vor ihren Verwaltungsorganen im Reichstag eingefordert. Wie sieht es heute, 2017 in Deutschland aus?
Im Raiffeisenjahr präsentiert sich die Genossenschaft einigermaßen verstaubt und bürokratisch.
90% aller Genossenschaftsbanken missbrauchen den Rechtsmantel der eG. Ein Großteil der Energiegenossenschaften verstoßen ebenfalls gegen den Förderauftrag und sind reine Renditegenossenschaften. Mehr als 80% aller ca. 23.000.000 Genossenschaftsmitglieder kennen weder ihre Rechte oder Pflichten gegenüber ihrer Genossenschaft. Sicherlich kein Grund zum Feiern.
Um was geht es?
In der Rechtsform der Genossenschaft sind die Mitglieder bei ihren Geschäften mit ihrer Genossenschaft zu fördern. Die Mitglieder liefern die Geschäftsgrundlage, haften persönlich für ihre Genossenschaft, sind am Vermögenszuwachs ihrer Unternehmens nicht beteiligt und werden durch Mustersatzungen und Blankovollmachten von der demokratischen Willensbildung weitgehend ausgeschlossen. Der genossenschaftliche Förderauftrag wird entweder als Sozialromantik abgetan oder in phantasievollen
Förderbilanzen dokumentiert. Das heißt die Förderung der Mitglieder, bei ihren Geschäften mit ihrer Genossenschaft gehören der Vergangenheit an.
Somit wurde die Genossenschaftsidee komplett auf den Kopf gestellt, aber trotzdem zum Weltkulturerbe erhoben und ordentlich gefeiert.
Wie kam es dazu?
1934 wurde die genossenschaftliche Mitbestimmung abgeschafft und das Führerprinzip durchgesetzt und der genossenschaftliche Förderauftrag neu interpretiert. Hiermit verbunden war die Pflichtmitgliedschaft in einem Prüfungsverband und das Prüfungsmonopol. Insgesamt wurden
Im November 1989 wurde das Nichtmitgliedergeschäft zugelassen, solange dieses der Förderung der Genossenschaftsmitglieder diente.
Der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft wird von mehr als 80% der Bank- und Energiegenossenschaften missbraucht.
Die Genossenschaftsidee wird 2016 UNESCO Weltkulturerbe, Raiffeisen wird 200 Jahre. Ist das wirklich ein Grund zum Feiern oder handelt es sich hier vielleicht nur um eine große Blase?
Wie soll es weiter gehen?
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