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Haben Bankgenossenschaften eine Zukunft? Teil I

update 15.02.2018. Warum sollen kleine und mittlere Bankgenossenschaften, im Rahmen einer Fusion,  das Vermögen ihrer Mitglieder verschenken?   Ist es nicht sinnvoller das Genossenschaftsvermögen zu behalten, den Geschäftszweck der Genossenschaft zu ändern und das Bankgeschäft an die Sparkassen zu verkaufen. Benötigen wir im ländlichen Raum den Wettbewerb zwischen Sparkassen und Volksbanken? Wird das klassische Retail Bankgeschäft ( Bank verkauft Kredit) nicht zunehmend online abgewickelt? Welche Bedeutung hat das Bargeld in der Zukunft?  Intelligente Supermarkt-Kassen setzen auf Cash-Recycling und versorgen ihre Kunden mit Bargeld.

Diese Frage mag für viele Mitglieder von Bankgenossenschaften wie eine Art „Verrat“ klingen. Ein wirklich schockierender Gedanke für überzeugte Genossenschaftsmitglieder. Schmerz verbindet sich mit Wut, Resignation mit Angst. Nachvollziehbar, wenn man den „Überbringer“ schlechter Nachrichten (zunächst) für den Verursacher hält. Es wäre ein Irrtum, dass gerade diejenigen, die sich seit Jahren vergeblich um Korrekturen bemühen, jetzt diejenigen wären, die man als „Totengräber“ eines hervorragenden Gedankens bezeichnen könnte. Das einzige was wir tun, ist offen das anzusprechen, was den Mitgliedern hätte längst von Ihren Vorständen, Aufsichtsräten oder Vertretern gesagt werden müssen. Jetzt sind wir gemeinsam in eine Situation geraten, die nicht länger zulässt, dass Mitglieder weiterhin „Sand in die Augen gestreut wird. Jetzt erkennen selbst die Manager und Gremien allmählich, dass man vom „Schönreden“ zum „richtig Handeln“ übergehen muss. Aus Einsicht? Das wäre zu schön. Nein, es geht um die Gefährdung der „Pfründe“, die man sich – durchaus auch auf Kosten der 18 Millionen Mitglieder „gegönnt“ hat. „Dumm gelaufen“ – denken bereits die ersten Manager, noch hinter geschlossenen Türen. Wer heute nicht über 55 Jahre alt ist, wird wohl kaum als Bank-Manager sein Einkommen sichern. Warum? Ganz einfach, der gesamte Bankensektor steht vor Veränderungen in einem Ausmaß, das kaum jemand überschauen mag. Wissenschaftler sprechen von einer „Digitalen Revolution“, die ganze Berufsgruppen wegzufegen droht. Selbst so sichere Berufe, wie „Notare“ werden in der bisherigen Form nicht existieren können. Warum? Ohne das zu vertiefen, empfehlen wir dringend, sich z.B. mit den Themen „Blockchain“ und „Kryptowährung“ (*) sich zu befassen. Ernsthafte Zukunftsforscher – wie z.B. Herr Mathias Horx – stellen die Zukunft von Banken zur Disposition. Ein Blick auf die Inhalte der „Kaderschmiede“ für genossenschaftliches Banken-Management lässt nur den Kopf schütteln und die Augen tränen. Man hat oder man will den Ernst nicht erkennen. „Verdrängen statt erkennen“, das war bisher möglich, hilft aber jetzt nicht mehr, denn die Umwelt verändert sich – unaufhaltsam – dramatisch.

Es wird einer Kooperation von Genossenschaftsbanken und öffentlich rechtlichen Banken nicht geben können, sondern wahrscheinlich sogar geben müssen. Das Denken in den Schablonen von „Wir und Die“ oder „Rot gegen Blau“ war „Spielart“ von gestern. Wo liegen die potenziellen Gemeinsamkeiten, wo liegt unsere Verantwortung gegenüber Mitgliedern und Kunden?

Die Sparkassen stehen in der politischen Pflicht gegenüber den Bürgern der Kommunen, die Genossenschaftsbanken in der Pflicht gegenüber den Mitgliedern. Gleich, ob sie „Verwaltungsausschüsse“ oder Aufsichtsräte heißen, sie müssen jetzt aufwachen und sich auf die Zukunft einstellen. Es geht um ihre eigene Reputation, aber vor allem um das Vertrauen der Mitglieder und Kunden. Was wäre so problematisch daran, jetzt von „Konkurrenz-Denken“ auf „Kooperations-Denken“ umzuschalten. Was wäre so problematisch daran, jetzt zu zeigen, dass man endlich als „Gestalter“ der Zukunft auftritt, statt weiterhin so zu tun, als käme man schon bis zur „Pensionsgrenze“ über die Runden. Das ist unfair und wäre dilettantisch zugleich. So etwas können weder Kommunalparteien akzeptieren, noch Vertreter gegenüber ihren Mitgliedern „vertreten“.

Wir sind weit davon entfernt, eine „Bankenkrise“ herbeizureden. Das einzige was wir wollen, ist Menschen vor unnötigen Risiken zu bewahren.

Angesichts der Schwere der Probleme liegt uns auch fern, über Fähigkeit oder Unfähigkeit von Managern zu sprechen. Das müssen die Aufsichtsgremien selbst mit sich abmachen. Was wir fordern, ist Offenheit und Transparenz, ist Ehrlichkeit gegenüber Mitgliedern und Kunden, heißt „Anpacken“ statt „Verdrängen“.

Was wir wollen ist einzig: Es kann ab jetzt keiner mehr sagen, er oder sie habe das nicht gewusst.

Sie liebe Mitglieder, Bürger, Manager und Aufsichtsgremien, werden Sie aktiv oder „googlen“ Sie einfach mal Begriffe wie „Zukunft der Banken“, „Blockchain“ oder „Industrie 4.0“ oder GenoGate.  Beginnen Sie, sich intelligent auf Zukunft einzustellen.

Igenos hat begriffen, was „Zukunft im Bankensektor“ bedeutet. Und deshalb werden wir auch Politik und Aufsicht auffordern endlich und deutlich in die Öffentlichkeit zu treten.

Mit diesem Artikel bieten wir an, statt ständig im „Gegeneinander“ sich zu „beäugen“, eine „Allianz für zugunsten der Bankkunden und Bankmitglieder“ zu bilden. Wir wollen „SmartCoop“, wollen intelligent gemeinsame Zukunftssicherung betreiben.

Auch dann, wenn man diesen „Ruf“ – wiederum, wie in der bisherigen Form, desinteressiert ignorieren sollte oder wollte – (sofern so etwas überhaupt noch wirklich möglich ist), werden wir weiterhin an der Seite der Mitglieder stehen und wirken. Wir wissen warum, das gerade jetzt wichtig ist. Wir bieten Mitgliedern weiterhin unsere Unterstützung an, jetzt engagierter denn je.

Aber wir sind zugleich an Miteinander statt Gegeneinander interessiert, weil nur das wertvoll und wirksam sein kann.

In diesem Sinne ist der nachfolgende Teil II als „Denkanstoß“ zu verstehen und nicht als Kritik, denn die sollten sich alle „Parteien“ – angesichts der Dramatik der Probleme – nicht mehr leisten. ….

Verfasser: igenos e.V. AG Genossenschaft & Politik zusammen mit der AG WirKraft Kooperation

Ergänzungen zu diesem  Beitrag  im  igenos   Arbeitspapier  in guter Genossenschaft auf  Seite 6 (pdf)

 

(*)Literaturhinweise finden Sie im Teil II

Dieser Beitrag ist bei korrekter Quellenangabe zum Nachdruck freigegeben.

 

 

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